Das Projekt

Die Initiative „WarmUp! – Jugendkultur für Demokratie“ der Mecklenburger AnStiftung unterstützt vorrangig Regional- und Gesamtschulen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern bei der Durchführung von Projektangeboten der demokratischen, kulturellen, persönlichen und sozialen Bildung.

Über einen Zeitraum von drei Jahren bietet WarmUp! den kooperierenden Schulen eine enge Zusammenarbeit sowie die Einbindung in ein landesweites Netzwerk, um gemeinsam eine nachhaltige Stärkung einer demokratischen Jugendkultur zu erreichen.

Die WarmUp!-Workshops bieten aufeinander aufbauende Bildungsangebote für Schüler*innen der Klassenstufen sieben bis zehn.

Der Workshop Interkulturalität (4 Stunden) richtet sich an Schüler*innen der Klassen 7-10, fördert interkulturelle Kompetenzen und sensibilisiert die Schüler*innen für Vorurteile und deren Auswirkungen auf das soziale Miteinander. Dieser Workshop stärkt die Soft Skills, die für ein demokratisches und tolerantes Zusammenleben erforderlich sind.

Der Workshop Diskriminierung (4,5 Stunden) vermittelt Grundlagen zu sozialer Ein- und Ausgrenzung. Die Teilnehmenden entwickeln ein Verständnis für Diskriminierung und erarbeiten praktische Handlungskompetenzen, während sie ihre eigenen Normen und Werte reflektieren.

Der Workshop Inselgesellschaft (3-3,5 Stunden) für die Klassen 8-10 basiert auf dem Diskriminierungsworkshop und simuliert die Gründung einer Gesellschaft nach einem Schiffbruch. Die Schüler*innen entwickeln und verteidigen eigene Gesellschaftsmodelle und lernen demokratische Prozesse und Wahlgrundsätze kennen.

Der Workshop Rechtsextremismus (4,5 Stunden) vertieft das Thema Diskriminierung und kann aber auch alleinstehend durchgeführt werden. Er behandelt die rechtsextreme Subkultur in Deutschland, deren Erkennung und die Entwicklung von Handlungskompetenzen im Umgang mit Rechtsextremismus.

Der Workshop Fake News & Medienkompetenz (4,5 Stunden) für die Klassen 9-10 knüpft an die Workshops zu Diskriminierung und Rechtsextremismus an. Die Schüler*innen lernen, Fake News zu erkennen und hinterfragen und produzieren einen Kurzfilm, um das Thema kreativ zu bearbeiten.

Der Workshop Verschwörungsmythen (4 Stunden) wird alternativ zum Workshop Fake News & Medienkompetenz angeboten und befasst sich mit der Entstehung und Wirkung von Verschwörungstheorien. Durch Simulationen und historische Einordnung verstehen die Schüler*innen die oft antisemitischen Ursprünge und gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Mythen.

Darüber hinaus kooperieren wir mit diversen Künstler*innen, Theater- und Musikpädagog*innen und weiteren Akteuren unseres Bundeslandes, um das Projektangebot für unsere Partnerschulen über unsere eigenen Workshopangebote hinaus stetig zu erweitern. 

Seit dem Start des Projekts im Jahr 2013 wurden insgesamt 36 Schulen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern in das WarmUp!-Netzwerk aufgenommen. Allein im Jahr 2019 fanden 120 Veranstaltungen mit mehr als 4.000 Schüler*innenkontakten statt.

Nähere Informationen zu der Vereinbarung einer dreijährigen Kooperation, zur Teilnahme an einzelnen Projektveranstaltungen oder zur WarmUp!-Initiative allgemein entnehmen Sie bitte der Projektübersicht:

Zudem steht Ihnen das Projektmanagement für Fragen und Rücksprachen gern zur Verfügung.

Kurz & knapp

Was sind die Ziele von WarmUp!?

Gemeinsam mit Schüler*innen und Lehrer*innen in Mecklenburg-Vorpommern wollen wir durch Bildung, regionale Vernetzung und langfristig angelegte Mitmachangebote eine nachhaltige Stärkung der demokratischen Kultur erreichen. Eine funktionierende Demokratie ist auf die aktive Beteiligung aller Bürger*innen angewiesen. Hier setzt WarmUp! mit verschiedenen Angeboten an, um für ein harmonisches Miteinander zu werben, wichtige Werte vorzuleben und Partizipationsmöglichkeiten zu schaffen. Durch die Einbindung von Lernenden sowie Lehrenden soll insgesamt ein lebendiges Demokratiebewusstsein unterstützt und demokratische Werte im Lebensalltag der Jugendlichen gefördert werden.

Was ist das Besondere an WarmUp!?

Die inhaltliche und didaktische Vielfalt, die Einbindung engagierter Multiplikator*innen sowie die nachhaltige Wirksamkeit machen WarmUp! in der politischen Bildung zu einem einzigartigen Projekt. Dabei zeichnet sich WarmUp! vor allem dadurch aus, dass Regional- und Gesamtschulen im ländlichen Raum über einen Zeitraum von drei Jahren begleitet werden, in denen langfristig ein Programm erarbeitet wird, das sich gezielt an den individuellen Bedarfen vor Ort orientiert. Die Partnerschulen profitieren dabei von einer weiten Bandbreite an Projektangeboten der sozialen, kulturellen und politischen Bildung.

Welche Methoden verwendet WarmUp!?

Die inhaltliche Betreuung der Partnerschulen basiert auf einer Reihe komplementärer Projektangebote. Im Zentrum stehen sechs demokratiepädagogische Workshops, in denen sich die Jugendlichen durch interaktives Lernen essenzielle Kenntnisse und Kompetenzen für die Partizipation in einer demokratischen, pluralistischen und weltoffenen Gesellschaft aneignen. Die Workshops werden im Klassenverbund von jeweils zwei Teamer*innen durchgeführt, welche die Arbeitsergebnisse der Schüler*innen in den Klassenräumen als Anregung für die Nachbereitung hinterlegen.

Erweitert werden diese Workshops um interaktive Gesprächsformate mit Zeitzeugen, Aussteigern aus der Neonaziszene oder Geflüchteten aus Bürgerkriegsregionen, sowie um film-, musik- und theaterpädagogische Bildungsangebote, die durch interaktive Methodik gesellschaftliche Partizipation, partnerschaftliches Miteinander sowie demokratische Werte erfahrbar machen.

Wer gehört zum WarmUp!-Team?

In der Zusammenarbeit mit den Partnerschulen setzt WarmUp! auf einen Kreis engagierter Teamer*innen, die als Peers gemeinsam mit den Schüler*innen Workshops durchführen. Diese Gruppe junger Multiplikator*innen setzt sich aus Künstler*innen, Sportler*innen, angehenden Lehrer*innen und weiteren Studierenden zusammen, die sich gesellschaftlich engagieren, mit anderen Menschen zusammenarbeiten und Erfahrungen auf dem Gebiet der politischen Bildung sammeln. Die ca. 20 aktiven Teamer*innen mit unterschiedlichen Studienschwerpunkten sind vornehmlich Lehramtsstudierende und Politikwissenschaftler*innen, die für Warmup! an Weiterbildungen teilnehmen und regelmäßig hinsichtlich aktueller Sach- und Lehrkompetenzen geschult werden. Vor allem für unsere Lehramtsstudierenden bietet das Projekt die Möglichkeit, bereits während des Studiums praxisnah und innovativ Erfahrungen im Klassenzimmer zu sammeln und in ganz Mecklenburg-Vorpommern (vorrangig im ländlichen Raum) Schulen kennenzulernen, die für sie spätere potentielle Arbeitgeber darstellen. Auch unsere Politikwissenschaftler*innen profitieren sehr davon,  schon während ihres Studiums als mögliche künftige Akteure der politischen Bildung fachliche und didaktische Kenntnissen zu erlangen.

Wie wird evaluiert?

Um das Projekt, die einzelnen Bildungsangebote und die nachhaltigen Effekte auf die Schulen einer kontinuierlichen Beobachtung zu unterziehen und um die Angebote fortlaufend zu optimieren, wird WarmUp! seit 2016 durch eine Forschungsgruppe um Prof. Dr. Wolfgang Sucharowski von der Universität Rostock wissenschaftlich begleitet. Im Anschluss an einen Projekttag werden von den Teilnehmenden durch anonymisierte Fragebögen Daten zur Wirksamkeit der Veranstaltung erhoben. In der Auswertung von Projekttagen werden Supervisionen mit Lehrer*innen und Teamer*innen durchgeführt. Zudem finden zum Schuljahresende Evaluationsgespräche mit den Lehrkräften, der Schulleitung sowie der Schulsozialarbeit statt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in jährlichen Evaluationsberichten dokumentiert.

Kontakt

Ansprechpartnerin für das Projekt:
Bettina Lorenz (Projektmanagement)
E-Mail: 
Mobil: +49 (0) 151-54954582

Ansprechpartner*innen für die Mecklenburger AnStiftung:
Dr. Ludmila Lutz-Auras (Vorstandsvorsitzende der Mecklenburger AnStiftung)

Adresse
Lübsche Straße 116
23966 Wismar