Virtuelle Erkundungen neuer Ländlichkeit in Praxis und Wissenschaft 

Online Veranstaltungsreihe

Über den Strukturwandel der Landwirtschaft wird schon lange und kontrovers diskutiert. Der Strukturwandel der ländlichen Besiedlung und Bevölkerung ist noch tiefgreifender, aber kaum ein Thema in öffentlichen Debatten. Dabei entsteht hier etwas gesellschaftspolitisch Neues: Erstmals seit dem Neolithikum arbeitet die überwältigende Mehrheit der Menschen auf dem Lande nicht mehr in Landwirtschaft, Forsten und Fischerei.
Diese Ländlichkeit wollen wir – die Mecklenburger AnStiftung, die Europäische Akademie MV und die Friedrich-Ebert-Stiftung MV – in diesem Jahr mit Expertengesprächen erkunden, dabei aktuellen Entwicklungen auf den Grund gehen und den Strukturwandel auf dem Land aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Jede Veranstaltung findet online statt und bietet neben einem Kurzvortrag ausreichend Zeit für Anmerkungen und Diskussionen.


Teilnahme

Die Teilnahme ist für alle Interessierten kostenlos. Um vorherige Anmeldung wird gebeten. Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie jeweils die Zugangsdaten, mit denen Sie sich flexibel bei den einzelnen Veranstaltungen einloggen können. 
Für Anmeldungen und Rückfragen stehen wir Ihnen gern jederzeit unter oder unter 03991 153711 zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihr Interesse.


Programm

2. August 2021 – 18:00 Uhr

„Recht auf Dorf“ und „Progressiver Ruralismus“: Kompass alternativer Entwicklungsstrategien für ländliche Räumewelten (und mehr Gelassenheit)

Dr. Michael Mießner

Ländliche Räume sind in den letzten Jahren wieder vermehrt in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit gelangt. Gezeichnet wird häufig ein Bild abgehängter Regionen, die besondere politische Aufmerksamkeit und Unterstützung benötigen. Ländliche Orte und ihre Bewohner*innen erscheinen so als Bedürftige und nur selten als eigenständige Akteure. Gleichzeitig sind die regionalpolitischen Strategien darauf ausgerichtet die Position ländlicher Räume im Wettbewerb der Regionen zu verbessern. Dass ein solcher Wettbewerb immer auch Verliererregionen produziert, wird dabei ausgeblendet. Im Vortrag sollen mit dem „Recht auf Dorf“ und dem „Progressiven Ruralismus“ Eckpunkte eines Kompasses für eine alternative Landpolitik vorgestellt werden, die die ländlichen Akteure als handelnde Subjekte ernst nimmt und sich nicht in das Wettbewerbsdogma einfügt.

Anmeldung

Revolution des Landlebens: Anmeldung 02.08.
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Moderation

Dr. Wolf Schmidt, Mecklenburger AnStiftung

Jahrgang 1952 in Warin/Mecklenburg, ist Stifter und Vorsitzender des Stiftungsrates der Mecklenburger AnStiftung. In der Hamburger Körber-Stiftung hat der studierte Historiker 27 Jahre – davon sieben Jahre als Vorstand – nationale und internationale Projekte realisiert und Verantwortung für die Entwicklung einer der größten deutschen Stiftungen getragen. Mit seiner „Stiftungspraxis“ PhiPolisConsult hat er 2008 bis 2018 Stiftungen und gemeinnützige Projekte im gesamten deutschsprachigen Raum beraten. Seit 2010 wohnt er dörflich in Dobin am See. Dr. Schmidt ist seit 2011 Sprecher des Landesnetzes der Stiftungen in Mecklenburg-Vorpommern. 2012-2015 war er Ko-Vorsitzender der Denkwerkstatt „BÜRGER.INNEN.LAND MV“. 2017 hat er mit der AnStiftung die „Initiative Neue Ländlichkeit“ gestartet. In der Schriftenreihe der Herbert Quandt-Stiftung ist sein Essay „Die Kunst des Bleibens – Wie Mecklenburg-Vorpommern mit Kultur gewinnt“ erschienen, im „Aktionsprogramm Nachhaltige Landwirtschaft in MV 2015“ sein Beitrag „Dörfer im Garten der Metropolen“. 2017 erschien „Luxus Landleben. Neue Ländlichkeit am Beispiel Mecklenburgs.“
2019 „Das fremde Land – zum Verständnis ländlicher Milieus“ In: Dorfgespräch. Ein Beitrag zur Demokratieentwicklung im ländlichen Raum.  Über Neue Ländlichkeit schreibt er u.a. in www.landblog-mv.de.    
Kontakt: 
https://dr-wolf-schmidt.de/


Kooperationspartner