Virtuelle Erkundungen neuer Ländlichkeit in Praxis und Wissenschaft 

Online Veranstaltungsreihe

Über den Strukturwandel der Landwirtschaft wird schon lange und kontrovers diskutiert. Der Strukturwandel der ländlichen Besiedlung und Bevölkerung ist noch tiefgreifender, aber kaum ein Thema in öffentlichen Debatten. Dabei entsteht hier etwas gesellschaftspolitisch Neues: Erstmals seit dem Neolithikum arbeitet die überwältigende Mehrheit der Menschen auf dem Lande nicht mehr in Landwirtschaft, Forsten und Fischerei.
Diese Ländlichkeit wollen wir – die Mecklenburger AnStiftung, die Europäische Akademie MV und die Friedrich-Ebert-Stiftung MV – in diesem Jahr mit Expertengesprächen erkunden, dabei aktuellen Entwicklungen auf den Grund gehen und den Strukturwandel auf dem Land aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Jede Veranstaltung findet online statt und bietet neben einem Kurzvortrag ausreichend Zeit für Anmerkungen und Diskussionen.


Teilnahme

Die Teilnahme ist für alle Interessierten kostenlos. Um vorherige Anmeldung wird gebeten. Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie jeweils die Zugangsdaten, mit denen Sie sich flexibel bei den einzelnen Veranstaltungen einloggen können. 
Für Anmeldungen und Rückfragen stehen wir Ihnen gern jederzeit unter oder unter 03991 153711 zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihr Interesse.


Programm

1. Februar 2021 – 18:00 Uhr

Dorf machen!

Prof. Ton Matton, Kunstuniversität Linz u. Wendorf/MV

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1. März 2021 – 18:00 Uhr

Agrarindustrie oder „Garten der Metropolen“? 
Zur Zukunft der ländlichen Räume in Nordost- Deutschland

Prof. (i.R.) Dr. Helmut Klüter, Universität Greifswald

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6. April 2021 – 18:00 Uhr

Es werde Land!

Prof. Kerstin Schulz, Hochschule Darmstadt

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3. Mai 2021 – 18:00 Uhr

Zur dreifachen Entwertung des Landlebens
Industrielle Revolution – Reformen der 1960/70er Jahre – Neoliberalismus

Prof. Dr. Werner Bätzing, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

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7. Juni 2021 – 18:00 Uhr

Vom Dorfklatsch zur regionalen Selbstbeschreibung
Über die Arbeitsweisen der Landschaftskommunikation

Dr. Kenneth Anders

In Dörfern, die als sozioökonomische Systeme funktioniert haben, gab es eine permanente Kommunikation. Die dörfliche Gemeinschaft war klar von ihrer Umwelt abgegrenzt, sorgte für einen kontinuierlichen Mittteilungsfluss und traf Entscheidungen über die Relevanz und Zuverlässigkeit von Informationen. Auf dieser Grundlage beruhte die dörfliche Selbstorganisationsfähigkeit und es gedieh eine Neugier auf die Welt. Heute sind diese Kommunikationsgemeinschaften zu großen Teilen zerfallen. Die Landschaftskommunikation ist eine kulturwissenschaftliche Arbeitsweise, die darauf zielt, diesen Verlust auf regionaler Ebene zu kompensieren. Im Vortrag wird diese Arbeitsweise anhand ihrer Grundbegriffe und einiger Fallbeispiele vorgestellt.

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5. Juli 2021 – 18:00 Uhr

Weder Land- noch Stadtflucht. Ein Plädoyer für mehr Neugier auf ländliche Lebenswelten (und mehr Gelassenheit)

Dr. Annett Steinführer

Wird in der Pandemie aktuell eine (neue) Attraktivität des Landlebens beschworen, so klangen die Töne vor Kurzem noch ganz anders (wenngleich ähnlich dramatisch). Nicht selten war dem Dorf – oder zumindest einzelnen Dörfern – ein nahendes Ende prophezeit worden. Dies geschah oft aus der Außenperspektive und unter der Annahme vermeintlich unabänderlichen Bevölkerungsrückgangs, gern auch unter Verweis auf die Kosten der Aufrechterhaltung öffentlicher Infrastrukturen. Die sozialwissenschaftliche Forschung hat zu diesem Abgesang weitgehend geschwiegen – obwohl es zum Grundverständnis von Wissenschaft gehören sollte, die vermeintliche Unabänderlichkeit und Linearität von Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und Überraschungen zuzulassen. In ihrem Beitrag berichtet die Referentin aus abgeschlossenen und laufenden Forschungsprojekten in Dörfern in unterschiedlichen Regionen Deutschlands. Sie plädiert für mehr Gelassenheit in der Deutung räumlicher Entwicklungen, für mehr Neugier auf das tatsächliche Geschehen vor Ort und einen Perspektivwechsel. Denn nimmt man Bleiben statt Abwandern, Gestalten statt Erdulden, Umbauen statt Schließen in den Blick, dann ändert sich so manche Interpretation ländlichen Wandels.

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2. August 2021 – 18:00 Uhr

„Recht auf Dorf“ und „Progressiver Ruralismus“: Kompass alternativer Entwicklungsstrategien für ländliche Räume

Dr. Michael Mießner

Ländliche Räume sind in den letzten Jahren wieder vermehrt in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit gelangt. Gezeichnet wird häufig ein Bild abgehängter Regionen, die besondere politische Aufmerksamkeit und Unterstützung benötigen. Ländliche Orte und ihre Bewohner*innen erscheinen so als Bedürftige und nur selten als eigenständige Akteure. Gleichzeitig sind die regionalpolitischen Strategien darauf ausgerichtet die Position ländlicher Räume im Wettbewerb der Regionen zu verbessern. Dass ein solcher Wettbewerb immer auch Verliererregionen produziert, wird dabei ausgeblendet. Im Vortrag sollen mit dem „Recht auf Dorf“ und dem „Progressiven Ruralismus“ Eckpunkte eines Kompasses für eine alternative Landpolitik vorgestellt werden, die die ländlichen Akteure als handelnde Subjekte ernst nimmt und sich nicht in das Wettbewerbsdogma einfügt.

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6. September 2021 – 18:00 Uhr

Zurück aufs Land? Deutet sich eine Trendumkehr bei den Schwarmwanderungen an?

Ludger Baba

In einer vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. 2015 veröffentlichten Studie hat empirica ein „neues“ Binnenwanderungsmuster analysiert, welches wir „Schwarmverhalten“ genannt haben. Der Begriff soll ausdrücken, dass insbesondere die jüngere Bevölkerung wie Vögel aus den meisten Regionen Deutschlands aufsteigen, als Schwarm in vergleichsweise wenige „Schwarmstädte“ einfallen und dort für knappen Wohnraum sorgen, während sich die Abwanderungsregionen zunehmend entleeren. Die Gewinner dieser Neusortierung der Bevölkerung sind die sog. Schwarmstädte, verloren haben vor allem einige ländliche Regionen.

Im Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2021 des Rates der Immobilienweisen schreibt empirica nun sechs Jahre später: „Jenseits der 30 Jahre aber gewinnen die ländlichen Räume wieder. Familien verlassen die Groß- und Schwarmstädte und ziehen nicht nur in die Umlandkreise, sondern auch in die weiter entfernten ländlichen Räume.“ Deutet sich etwa eine Umkehr der Schwarmwanderungen an oder handelt es sich nur um eine neue Romantisierung der ländlichen Räume? Wenn ja, profitieren alle oder nur einige ländliche Räume? Und welche Folgen hätte eine Trendumkehr für die Immobilienwirtschaft? Auf diese und weitere Fragen versucht der Referent Antworten zu finden und zu geben. Einige Trends sind eindeutig, aber andere Muster immer noch zu individuell für eindeutige Aussagen.

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4. Oktober 2021 – 18:00 Uhr

“Gutes Leben” für wen? Ökonomische, kulturelle und soziale Voraussetzungen gelingenden Landlebens

Dr. André Knabe

Wer sich mit Armut in ländlichen Räumen beschäftigt, hat mit einem Paradox zu kämpfen: Wenn Ungleichheiten beschrieben und greifbar gemacht werden sollen, muss der Finger in die Wunde gelegt, müssen Orte und Gruppen benannt werden, die systematischen Benachteiligungen unterliegen. Gleichzeitig ist es so, dass Ungleichheiten durch solche negativen Zuschreibungen und Diagnosen verstärkt und reproduziert werden. Es stellt sich die Frage, wie wir Probleme der Entwicklung ländlicher Räume thematisieren können, ohne uns an der diskursiven Abwertung von Menschen und Orten zu beteiligen.

Eine Möglichkeit ist, weniger über konkrete Aktivitäten an konkreten Orten zu reden und den Fokus verstärkt auf die strukturellen Voraussetzungen dieser Aktivitäten zu legen. Denn die Umsetzung jeder Idee zum guten Leben in ländlichen Räumen ist angewiesen auf komplexe Strukturen, die entscheidend für ihr Gelingen sind. Dieser Beitrag möchte zur Diskussion über die Verteilung von ökonomischen, sozialen und kulturellen Ressourcen in ländlichen Räumen anregen.

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Vortragende

Prof. Ton Matton, Kunstuniversität Linz u. Wendorf/MV 

Geboren 1964 in den Niederlanden, ist Stadtplaner und Künstler. Er unterhält zwischen Hamburg und Berlin in kleindörflicher Struktur ein großes Areal mit Gastateliers, einer Werkstatt, einigen Tieren und Pflanzen. Eine ehemalige DDR-Grundschule in Wendorf in der Nähe von Schwerin ist Basis dieses Matton Office und der Wendorf Academy. Ton Matton war mit seinen Projekten u.a. am Royal Institute of British Architects in London beteiligt, in der Architekturgalerie Aedes in Berlin und am GEM in Den Haag (NL). Gastprofessor für Performativen Urbanismus an der TU München.
Seit 2014 Professor für raum&designstrategien an der Kunstuniversität Linz.

Veröffentlichungen u.a.
Zweifel. Performative Stadtplanung in 13 Vorträgen. 2019. 
Dorf Machen. Improvisationen zur sozialen Wiederbelebung. 2017

Projekte in MV:
Große Potemkinsche Straße – soziale Wiederbelebung von Wittenburg (2012) Tribsees´ Zukunft machen (2020)

Kontakt: 
http://www.mattonoffice.org/www.mattonoffice.org/


Prof. (i.R.) Dr. Helmut Klüter, Universität Greifswald

Jahrgang 1950, Universität Greifswald, Institut für Geographie und Geologie; ehemaliger Lehrstuhlinhaber Regionale Geographie.
Prof. Dr. Klüter befasst sich mit der Analyse von regionalen Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen, Regionalentwicklung, Raumplanung und Projektmanagement.

1975 Studienabschluss Höheres Lehramt in Geographie, Geschichte und Russisch an der Universität Münster; 1985 Promotion an der Universität Münster; 1990 Berufung und Habilitation in Geographie an der Universität Gießen; Stationen in St. Petersburg, Kopenhagen, Novosibirsk; seit 1994 Hochschullehrer an der Universität Greifswald

Veröffentlichungen u.a. Wirtschaftsatlas Vorpommern und Mecklenburgische Seenplatte (2005), Zahlreiche Gutachten und Vorträge. Mehr unter https://www.researchgate.net/profile/Helmut_Klueter

Kontakt: 


Prof. Kerstin Schulz, Hochschule Darmstadt

Nach dem Studium der Architektur an der Technischen Universität in Darmstadt gründete Kerstin Schultz (*1967) mit ihrem Mann Werner Schulz das Büro liquid Architekten. Seit 2008 arbeitet sie an der Hochschule Darmstadt im Fachbereich Architektur und Innenarchitektur und setzt sich intensiv mit Konversionsprojekten und Bestandsbauten auseinander.

Kerstin Schultz ist Fachpreisrichterin bei zahlreichen Wettbewerben und nimmt an internationalen  Workshops, Ausstellungen und Symposien zum Thema Experiment, Stadtrauminszenierung, Beteiligungsprozesse und Landentwicklung teil. Sie ist außerdem Autorin und Herausgeberin einer Reihe von Fachbüchern.

Ein sehr persönlicher Interessenschwerpunkt liegt im ländlichen Raum, wo sie lebt und arbeitet, mit all seinen Facetten, der Landschaft, aber auch den kleinen Orten. Dort untersucht sie, ob sich urbane Strategien für Leerstände, oder temporäre Rauminstallationen auch für die Entwicklung im ländlichen Raum eignen. Oft integriert sie hierbei Künstler, Wissenschaftler oder Studierende verschiedener Fachrichtungen, wie beim ihrem aktuellen Projekt Wandahütte.

Kerstin Schultz: „Die Lebensform Dorf und die Beziehung Stadt und Land. Das ist für mich eine hochinteressante Aufgabe, gerade im Kontext der neuen Stadtlust. Ich bin ein Naturmensch, Reiterin, Anglerin, engagiere mich in einer kleinen Gemeinde im Odenwald, und im Naturschutz. Dadurch stehe ich mit ganz verschiedenen Menschen im Kontakt. Das ist für mich eine echte Bereicherung, dass man nicht nur immer in seinen akademischen Netzwerken unterwegs ist, sondern im ‚normalen‘ Leben etwas bewegt“.

Kontakt:  https://clickliquid.de/


Prof. Dr. Werner Bätzing, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. em. Dr. Werner Bätzing, geb. 1949, wuchs im ländlichen Raum Nordhessens auf und studierte von 1968-1974 Evangelische Theologie und Philosophie. Später machte er eine Buchhändler-Lehre, arbeitete in verschiedenen Buchhandlungen und Verlagen in Westberlin und engagierte sich in der Gewerkschaft Handel, Banken, Versicherungen.

Von 1983-87 studierte er an der TU Berlin Geographie, um sein Interesse an den Alpen zu vertiefen. Nach dem Examen wurde er 1988 ans Geographische Institut der Universität Bern geholt, wo er in kurzer Zeit zu Alpen-Themen promovierte und habilierte und wo er als Alpenforscher international bekannt wurde. 1995 folgt er einem Ruf an die Universität Erlangen-Nürnberg, an der er bis zu seiner Emeritierung 2014 als Professor für Kulturgeographie lehrte.

In dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit dem ländlichen Raum in Franken und in Bayern, und dieses Thema macht er neben den Alpen zu seinem zweiten Schwerpunkt in Forschung und Lehre. Dabei war die enge Zusammenarbeit mit Akteuren im ländlichen Raum die Grundlage seiner Aktivitäten, in die in der Regel viele Studenten eingebunden waren (Examensarbeiten, Dissertationen, Projektseminare, Exkursionen). Nach 2014 engagiert sich Werner Bätzing im Rahmen des von ihm geleiteten „Archivs für integrative Alpenforschung“ weiterhin für diese Themen.

https://www.geography.nat.fau.eu/person/werner-baetzing/

Kontakt: 


Dr. Kenneth Anders, Büro für Landschaftskommunikation Bad Freienwalde

Dr. Kenneth Anders studierte Kulturwissenschaften, Philosophie und Soziologie und arbeitete zwanzig Jahre in der Nachhaltigkeitsforschung. Mit Lars Fischer gründete er 2003 das Büro für Landschaftskommunikation und 2011 den Aufland Verlag. Er ist Programmleiter des Oderbruch Museums Altranft sowie Festivalleiter der Provinziale, des Filmfestes Eberswalde, zudem Autor von Essays und Theaterstücken zu ländlichen Themen. 

https://landschaftskommunikation.de/
Kontakt: 


Dr. Annett Steinführer, Thünen-Institut für Ländliche Räume Braunschweig

Dr. Annett Steinführer, geb. 1972, studierte nach einem Volontariat beim Rundfunk (1990/91) von 1991 bis 1997 in Leipzig, Glasgow und Brno/Brünn Soziologie, Bohemistik/Slowakistik sowie Ost- und Südosteuropawissenschaften. Danach arbeitete sie gut zehn Jahre am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Leipzig zu Fragen der Großstadtentwicklung und promovierte 2002 an der Professur für Soziologie des Raumes an der TU Chemnitz. Seit 2010 ist sie als Wissenschaftlerin am Thünen-Institut für Ländliche Räume in Braunschweig tätig und leitet dort mehrere landsoziologische und landgeographische Forschungsprojekte. Diese befassen sich mit sozialem Wandel, Alterung und Daseinsvorsorge in Dörfern und Kleinstädten sowie mit Sesshaftigkeit, Rückkehr und Abwanderung. Annett Steinführer ist durch und durch Sozialwissenschaftlerin mit einer unstillbaren Neugier auf Dörfer und Kleinstädte bundesweit – und vor allem auf ihre Menschen. Aktuelle Veröffentlichungen sind z. B. der Sammelband „Das Dorf. Soziale Prozesse und räumliche Arrangements“ (Hrsg., mit Lutz Laschewski, Tanja Mölders und Rosemarie Siebert; 2019) und das „Kompendium Kleinstadtforschung“ (Hrsg., mit Lars Porsche und Martin Sondermann; im Druck).

https://www.thuenen.de/de/lr/personal/wissenschaftliches-personal/dr-annett-steinfuehrer/
Kontakt: 


Dr. Michael Mießner, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Aus kritisch-geographischer Perspektive forscht Dr. Michael Mießner zu regionaler und ländlicher Entwicklung, Raumplanung sowie Immobilienmärkten und sozialräumlichen Entwicklungen abseits der Metropolen. Er ist Mitverfasser des Buches „Kritische Landforschung“ (2021) sowie Mitherausgeber der gleichnamigen Buchreihe im transcript-Verlag und des Sammelbandes „Kritische Geographien ländlicher Entwicklung“ (2019, Verlag Westfälisches Dampfboot).

https://www.aau.at/team/miessner-michael/


Ludger Baba, Dipl.-Volksw., Mitglied des Vorstandes der empirica ag

Er studierte Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Stadt- und Regionalökonomie in Göttingen und Trier. Er arbeitet seit Mitte der 1990er bei empirica mit 1,5-jähriger Unterbrechung, in der er bei IPD in London tätig war. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind u. a. Regional-, Stadt- und Quartierentwicklungen (Demografie, Wohnen und Wirtschaft), Stadtentwicklung und Städtebauförderung, Land- und Dorfentwicklung, sektorale und kommunale Handlungs- und Entwicklungskonzepte, Programmevaluationen sowie statistische Analysen, Prognosen und Methoden der quantitativen und qualitativen Sozialforschung. Ludger Baba ist aufgewachsen in einer Mittelstadt zwischen städtischem und ländlichem Raum und lebt seit dem Studium in der Stadt. Beruflich hat er sich in den ersten 20 Jahren fast ausschließlich mit Stadtentwicklung und Stadtökonomie in unterschiedlichen Kontexten beschäftigt. Seit dem Beginn der sog. Schwarmwanderungen und verstärkt seit dem vermehrten Zuzug geflüchteter Menschen nach Deutschland bilden die ländlichen Räume mit ihren Dörfern, ihrer Integrationsfähigkeit und ihrer (neue) Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort einen neuen Fokus seiner Forschungs- und Beratertätigkeit. Beruflich hat er einen neuen inhaltlichen Schwerpunkt gefunden, privat sucht er noch mit seiner Familie, wenn er sie denn überzeugt hat, nach einer Bleibe irgendwo in den ländlichen Räumen.

https://www.empirica-institut.de/

Kontakt:


Dr. André Knabe, Rostocker Intstitut für Sozialforschung und gesellschaftliche Praxis e.V.

Er arbeitet seit 2014 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie – Makrosoziologie an der Universität Rostock (Prof. Dr. Peter A. Berger). Promoviert wurde er 2020 mit einer Arbeit zum Thema „Soziale Armut? Wahrnehmung und Bewältigung von Armut in sozialen Netzwerken“. Er hat zahlreiche Publikationen zu Arbeit, Arbeitslosigkeit und Armut, Familienverhältnissen, sozialen Netzwerken und Stigmatisierung vorgelegt – auch mit regionalem Fokus auf Mecklenburg-Vorpommern. 

https://www.isd.uni-rostock.de/knabe/
Kontakt: 


Moderation

Dr. Wolf Schmidt, Mecklenburger AnStiftung

Jahrgang 1952 in Warin/Mecklenburg, ist Stifter und Vorsitzender des Stiftungsrates der Mecklenburger AnStiftung. In der Hamburger Körber-Stiftung hat der studierte Historiker 27 Jahre – davon sieben Jahre als Vorstand – nationale und internationale Projekte realisiert und Verantwortung für die Entwicklung einer der größten deutschen Stiftungen getragen. Mit seiner „Stiftungspraxis“ PhiPolisConsult hat er 2008 bis 2018 Stiftungen und gemeinnützige Projekte im gesamten deutschsprachigen Raum beraten. Seit 2010 wohnt er dörflich in Dobin am See. Dr. Schmidt ist seit 2011 Sprecher des Landesnetzes der Stiftungen in Mecklenburg-Vorpommern. 2012-2015 war er Ko-Vorsitzender der Denkwerkstatt „BÜRGER.INNEN.LAND MV“. 2017 hat er mit der AnStiftung die „Initiative Neue Ländlichkeit“ gestartet. In der Schriftenreihe der Herbert Quandt-Stiftung ist sein Essay „Die Kunst des Bleibens – Wie Mecklenburg-Vorpommern mit Kultur gewinnt“ erschienen, im „Aktionsprogramm Nachhaltige Landwirtschaft in MV 2015“ sein Beitrag „Dörfer im Garten der Metropolen“. 2017 erschien „Luxus Landleben. Neue Ländlichkeit am Beispiel Mecklenburgs.“
2019 „Das fremde Land – zum Verständnis ländlicher Milieus“ In: Dorfgespräch. Ein Beitrag zur Demokratieentwicklung im ländlichen Raum.  Über Neue Ländlichkeit schreibt er u.a. in www.landblog-mv.de.    
Kontakt: 
https://dr-wolf-schmidt.de/


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