Mecklenburger AnStiftung

Stiften in MV

Bundesweit gibt es über 100.000 Stiftungen in verschiedenen Rechtsformen: z. B. selbstständige und unselbstständige, bürgerlich-rechtliche, öffentlich-rechtliche und kirchliche Stiftungen. Fast alle Stiftungen – außer den „Familienstiftungen“ – sind gemeinnützig, sie genießen also Steuervorteile. Zuwendungen an diese Stiftungen mindern die Einkommens- oder Erbschaftssteuer.

Stiftungen sind eine besonders nachhaltige und starke Form von Bürgerengagement mit Förderungen für Dritte, eigenen Projekten und Raum für ehrenamtliche Arbeit in freier Selbstbestimmung.

Fakten zum Stiftungswesen in MV

  • MV ist mit 165 Stiftungen Schlusslicht im deutschen Stiftungswesen (bundesweit über  21.000 rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts) – sowohl nach Zahl wie Kapitalausstattung und damit auch nach operativer Kraft (keine Büros…)
  • Unter den großen Stiftungen – über 100 Mio. Kapital – keine einzige in MV
  • Stiftungen je 100.000 Einwohner:
    • Hamburg: 78
    • Bremen: 50
    • Mecklenburg-Vorpommern: 10
    • Brandenburg: 8
  • Abstand zu den stiftungsstarken Ländern wird nicht kleiner sondern größer: Von bundesweit 583 Neugründungen 2015 nur 6 in Mecklenburg-Vorpommern.
  • Alle 165 Stiftungen in MV haben zusammen geschätzt weniger Vermögen als die größte der 1375 Hamburger Stiftungen (Joachim Herz-Stiftung mit 1,3 Milliarden Euro)
  • (Kapital)starke Stiftungen sind Basis einer selbstbewussten handlungsfähigen Zivilgesellschaft – daran mangelt es in MV. Zu häufig ist noch Staat drin wo Zivilgesellschaft draufsteht. Ergebnis von Weltkriegen, Diktaturen und Strukturschwäche.
  • Ein Großteil der bestehenden Stiftungen ist Kapitalimport aus Westdeutschland durch Menschen, die Wurzeln in MV haben oder sich emotional verbunden fühlen
  • Für die Stärkung des Stiftungssektors in MV müssen wir uns gezielt um Stiftungs- und Stifteransiedlung bemühen.
  • Nach einer Allensbach-Umfrage vom August 2013 haben im „Nördlichen Ostdeutschland“ (Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, MV) 59% von keiner einzigen Stiftung eine genauere Vorstellung, 73% haben noch nie von der Idee einer Bürgerstiftung gehört.
  • Politik und Medien sollten das Stiften und die Institution Stiftung  besser erklären und zu einem stiftungsfreundlichen Klima beitragen.
  • Werbung für die Idee des Stiftens beginnt vor Ort – z.B. durch Lokalpolitiker und Landtagsabgeordnete oder Journalisten. Sie können z.B. dafür werben, bei Kinderlosigkeit ein Testament zugunsten einer Stiftung zu machen.
  • Wir brauchen auch Wege, wie wir noch stärker die großen Stiftungen außerhalb des Landes für Aktivitäten und Förderungen in MV öffnen und in MV bekannt machen.

Guter Rat

  • Geben macht glücklich! (hat u. a.  die kanadische Psychologin Elizabeth Dunn nachgewiesen)
  • Stiften und spenden ohne Geld (bzw. Vermögenswerte) geht nicht, aber man muss nicht „reich“ sein.
  • Stiften bietet steuerliche Vorteile, aber deswegen stiften ist sinnlos, weil man mehr gibt als man Steuern spart.
  • Vorsicht vor Abzockern, die Stiftung als Teil von Altersvorsorge oder komplizierte Geldanlage oder sich selbst als Treuhänder anbieten.
  • Weil wir in MV fast nur kapitalschwache Stiftungen haben, von denen viele auf Dauer nicht überlebensfähig sind, lieber vorhandene Stiftungen stärken als mit Beträgen unter 500.000€ neue gründen – es gibt Ausnahmen von dieser Regel
  • Bürgerstiftungen sind ein guter Weg, um bei schwacher Vermögensstruktur im Land kleine Beträge zu wirksamem Stiftungskapital zu bündeln. Bürgerstiftungen sollten aber von Bürgern selbst und nicht aus kommunalen Haushalten gegründet werden.
  • Besser schon zu Lebzeiten stiften – und damit die Stiftung prägen und das Stiften genießen – als nur per Testament
  • Zu Lebzeiten mit einer Stiftung ins Gespräch kommen, die das Haus oder anderes Vermögen (steuerfrei!) erben soll, ist sehr empfehlenswert
  • Der Landesauschuss der Stiftungen und ihr Sprecher Dr. Wolf Schmidt stehen für eine kostenlose Erstberatung von Stiftungswilligen zur Verfügung.

Links