Mecklenburger AnStiftung

Lalendorf

Die Gemeinde Lalendorf ist eine Großgemeinde mit 25 Ortsteilen und rund 3.500 Einwohnern. Sie liegt im ländlichen Raum im Herzen Mecklenburgs zwischen Güstrow und Teterow. Es gibt mehrere Vereine, die seit vielen Jahren das gesellschaftliche Leben bereichern. Trotz guter Rahmenbedingungen nimmt die Einwohnerzahl stetig ab, sowohl der Anteil älterer als auch finanzschwacher Bürger steigt. Dadurch sind verstärkt Tendenzen zu Vereinsamung, Rückzug, Passivität und Gleichgültigkeit zu beobachten. Teilhabe und gesellschaftliche Integration gehen dagegen immer mehr zurück. Ein wachsender Anteil der Bürgerinnen und Bürger – insbesondere auch der Kinder – nimmt nicht mehr ausreichend am gesellschaftlichen Leben teil. Kirchengemeinden, Vereine und soziale Träger haben deshalb seit 2012 Projekte aufgelegt, mit denen sie die Bürgergesellschaft in Lalendorf stärken wollen.

Die Projekte:

Kinder und Jugendliche für den Vereinssport gewinnen

Sport und Vereinstätigkeiten in Lalendorf prägen zu einem wesentlichen Teil das Gemeinschaftsgefühls vor Ort. Der Sportverein KSG Lalendorf/Wattmannshagen beschloss deshalb im Rahmen des „Bürger.Innen.Land MV“ , Kindern aus finanzschwachen Familien die Jahresmitgliedsbeiträge zu erlassen. So ermöglichen sie ihnen die Teilnahme an den Sportangeboten des Vereins. Durch die Beitragsfreiheit für diese Kinder fällt der Zugang zur Gemeinschaft leichter. Um auch die Betreuungsqualität der Kinder weiter zu steigern, sieht das Projekt die Förderung neuer Übungsleiter vor. Als neue soziale Akteure in den Dörfern werden auch Eltern verstärkt in die Arbeit des Vereins einbezogen. So aktiviert das Projekt neue Zielgruppen und Personenkreise für den Sport und stärkt das Zusammenleben im ländlichen Raum.

Mobilität in Lalendorf

Lalendorf erstreckt sich als Ort über mehrere Dörfer, die zum Teil weit auseinanderliegen. Deshalb wurde ein Fahrdienst für Kinder, Jugendliche und Senioren eingerichtet, der ihnen die Teilnahme an vielfältigen Veranstaltungen in der Region ermöglicht. Ob Sport, Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung oder andere gesellschaftliche Events – Kinder und Jugendliche werden nicht länger aufgrund fehlender Mobilität von der Teilnahme abgehalten. Auch Senioren wird durch den organisierten Fahrdienst die Möglichkeit gegeben, am Gemeinschaftsleben in den verschiedenen Gemeinden Lalendorfs teilzunehmen. Auch die lokalen Lalendorfer Veranstaltungen des Programms „Bürger.Innen.Land MV“ werden durch die Sicherung der Mobilität miteinander vernetzt.

Ansprechpartner für beide Projekte der KSG Lalendorf

Heiko Genke
KSG Lalendorf/Wattmannshagen
Schulstraße 15d, 18279 Lalendorf
Tel.: 038452 / 20104
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Gesund statt rund

Der Jugendclub in Lalendorf hat sich als Treffpunkt der jüngeren Dorfgemeinschaft bewährt. Hier vermittelt das Projekt „Gesund statt rund“ die Grundlagen gesunder Ernährung und sensibilisiert Jugendliche wie Erwachsene für die Wichtigkeit von Bewegung und körperlicher Aktivität. Ein Element des Projekts sind monatliche Treffen, in denen die Teilnehmer grundlegende Einblicke in ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse erhalten und diese beim gemeinsamen Kochen praktisch erproben können. Zum anderen vermittelt eine monatliche Sportstunde unter Anleitung einer Fachkraft Freude an Bewegung und zeigt, wie sich die Beweglichkeit verbessern lässt. Die Treffen finden 14-tägig im Wechsel oder kombiniert statt. Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche, Eltern und Großeltern. Insbesondere Menschen, die bislang kaum sportlich aktiv waren und wenig Erfahrung mit dem Zubereiten von Speisen haben, möchte das Projekt erreichen. Es knüpft an bestehende Programme des Jugendclubs und der Schulsozialarbeit an.

Ansprechpartnerin

Angelika Ryback
Jugendclub Lalendorf
Hauptstr. 30, 18279 Lalendorf
Tel.: 038452 / 139962


Vortragsreihe „Entwicklung ländlicher Räume“

Trotz Abwanderung, mangelnder medizinischer Versorgung und schwacher Infrastruktur leben viele Bürger immer noch gerne auf dem Land. Doch wie kann man den ländlichen Raum auch längerfristig attraktiv gestalten? Die Vortragsreihe „Entwicklung ländlicher Räume“ will diese Frage durch Gespräche zwischen Lalendorfer Bürgern und Experten beantworten. Sie will dazu anregen, über das Leben in Lalendorf ins Gespräch zu kommen und die Auswirkungen gesellschaftlicher Trends auf den Alltag in der Gemeinde zu diskutieren. Halbjährlich nutzt die Reihe einen Impuls „von außen“ für weiterführende Gedanken vor Ort. Die Veranstaltungen der Reihe sind öffentlich und kostenfrei. Seit 2013 wird dieses Format unterstützt.

Unsere Pfarrscheune wird Veranstaltungsort

Der Pfarrhof mit der Pfarrscheune der Kirchgemeinde Wattmannshagen gilt in den umliegenden Dörfern als idealer Ort der Begegnung. Hier können sich Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen zu generationenübergreifenden Veranstaltungen treffen. Nach der umfassenden Renovierung 2011 bietet die Pfarrscheune Raum für rund 150 Personen. Auch eine Küche und ein Sanitärtrakt sind vorhanden. Als Voraussetzung für eine vielfältige Nutzung unterstützte die Herbert Quandt-Stiftung im Rahmen von „Bürger.Innen.Land MV“ die Anschaffung von passendem Mobiliar, das die Nutzung der Pfarrscheune als Veranstaltungsort ermöglicht. Dadurch können Dorffeste, Filmgespräche, Ausstellungen und andere Kulturangebote dort ihren Platz finden. Auch die Einrichtung eines „Scheunenfrühstücks“ wurde realisiert, bei dem regelmäßig Themen für ältere Menschen zur Sprache kommen. So stärkt die Pfarrscheune langfristig die Dorfgemeinschaft.

Ansprechpartnerin für beide Projekte

Pfrn. Gesine Wiechert
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Wattmannshagen
Rachower Str. 49, 18279 Wattmannshagen
Tel.: 038452 / 20712
Mail: ed.mk1490877866le@ne1490877866gahsn1490877866namtt1490877866aw1490877866
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Kinderzirkus- und -theaterwoche

Die Kirchengemeinde betreibt das Projekt „Kinderzirkus- und -theaterwoche“ alljährlich im Wechsel – in den ungeraden Jahren als Zirkuswoche und in den geraden Jahren als Theaterwoche. Das Projekt findet in einer Woche in den Sommerferien statt, während der die Kinder und Jugendlichen eine Vorstellung vorbereiten, die am Ende der Woche aufgeführt wird. Jugendliche ab der achten Klasse beteiligen sich als Teamer, während eine Gruppe jüngerer Kinder die Teilnehmenden stellt. Ausgewiesene Experten übernehmen die Leitung des Projekts, das ein offenes und niederschwelliges Angebot nicht nur für Kirchenmitglieder darstellt. Es dient als explizites Statement gegen rechtsextreme Aktivitäten mit einem „bunten“ Motto, das die Kinder alljährlich selbst beschließen. Die ganzjährige Einbindung der Kinder in die kreative und bildende Arbeit über einen Kindersamstag bietet positive Effekte für den sozialen Zusammenhalt und die Identifikation mit der Region.

Ansprechpartnerin

Pfrn. Friederike Jaeger
Ev.-Luth. Kirchengemeinde Reinshagen
Kirchstraße 17, 18279 Reinshagen
Tel.: 038452 / 20442
Mail: ed.mk1490877866le@ne1490877866gahsn1490877866ier1490877866
» Zur Ev.-Luth. Kirchengemeinde Reinshagen


Lesepaten in der Schulbibliothek

Die große Bedeutung des Vorlesens in der frühkindlichen Entwicklung ist unumstritten. Viele Kinder, die heute in die Grundschule kommen, haben bisher in ihrem familiären Umfeld kaum Kontakt zu Büchern oder Geschichten gehabt. Im normalen Schulalltag bleibt für eine individuelle Leseförderung durch die Lehrkräfte kaum Zeit. Das Projekt der Lesepaten will gerade diesen Kindern Vorleserituale in der Schul- und Gemeindebibliothek der Johann-Pogge-Schule anbieten, um frühzeitig das Interesse am Buch zu wecken. Neben klassischen Vorlesetexten wie z.B. Märchen, Erzählungen, Bilderbüchern, betrachten die Paten mit den Kindern gemeinsam auch Sachbilderbücher oder Zeitschriften. Die Lesepaten kommen aus der Lalendorfer Bevölkerung und stehen für einen engagierten ländlichen Raum für Bildung.

„Erzählt es euren Kindern“ – Projekt zur Aufarbeitung des Holocaust

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Orte, an denen sich rechtsextremes Gedankengut verbreitet und verfestigt. Die Johann-Pogge-Schule sieht Prävention als Teil ihres Schulprogramms an, das die Erziehung zu demokratischen Verhaltensweisen und Toleranz umfasst und sich für die Ablehnung ausländerfeindlicher sowie rechtsextremer Ansichten einsetzt. Das Projekt will über Antisemitismus aufklären, zur Abwehr solcher Haltungen anleiten und soziale Empathie entwickeln. Die einzelnen Schritte dazu führen über geschichtliche Überblicke mit dem Thema, der Beschäftigung mit jüdischen Bräuchen, Feiertagen und Speisen zu Besuchen im Rostocker Max-Samuel-Haus, dem Berliner jüdischen Museum und auf den jüdischen Friedhöfe in Teterow und Güstrow. Eine Fahrt ins ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, eine Ausstellung im Schulhaus, das Gespräch mit Zeitzeugen und die Suche nach lokalen Spuren jüdischen Lebens sind weitere Bestandteile des Projekts.

Ansprechpartnerin für beide Projekte

Katharina Schenke
Vorsitzende Schulförderverein Lalendorf
Johann-Pogge-Schule – Regionale Schule mit Grundschule
Schulstraße 15, 18279 Lalendorf
» Zum Schulförderverein Lalendorf


Abgeschlossene Projekte:

Theater-Projekt: „Blauer, bunter Bumerang auf Weltreise“

Verantwortlich für die Vorbereitung, Organisation und Durchführung des Theaterprojekts „Blauer, bunter Bumerang auf Reisen“ war der Kulturverein 11 Seenplatte. Es richtete sich vorzugsweise an Kinder und Jugendliche, die auf der Bühne dem Publikum Werte wie Liebe, Toleranz, Verständnis, Entschlossenheit und Verantwortung vermittelten. Erwachsene und Senioren sollten ergänzend für eine aktive Freizeitgestaltung gewonnen werden. In den Theaterproben übernahmen die Kinder unterschiedliche Funktionen (Schauspielerei, Regie, Beleuchtung, Ton, Maske) und wurden zur künstlerischen Gestaltung angeregt. Am Ende des Projekts standen Auftritte bei Seniorengruppen, in Kitas sowie bei unterschiedlichen lokalen Anlässen. Der intergenerationelle Ansatz und die gemeinsame kreative Arbeit stärken den sozialen Zusammenhalt.

Ansprechpartner

Maik Ahrens
Kulturverein 11 Seenplatte
Güstrower Straße 14, 18279 Vietgest
Tel.: 038457 / 22620
Mail: ed.en1490877866ilno-1490877866t@sne1490877866rhaki1490877866am1490877866


Neue Graffiti-Wand an der Johann-Pogge-Schule

Eine Fassade der Schulturnhalle der Johann-Pogge-Schule in Lalendorf wurde mit großflächigen Graffiti neu gestaltet. Gerade jene Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9, denen der Regelunterricht überdurchschnittlich schwerfiel, konnten ihre wertvollen kreativen und künstlerischen Fähigkeiten in das Projekt einbringen. An einem Nachmittag pro Woche entwarfen die Schüler unter Leitung eines Lehrers die Gestaltung der Graffiti-Wand, die sie später künstlerisch realisierten. Indem sie intensiv zusammenarbeiteten, entwickelten die Schüler einen stärkeren Teamgeist und mehr Verantwortungsgefühl füreinander. Die positive Erfahrung ihrer gemeinsamen Arbeit stärkte dabei nicht nur ihr Selbstwertgefühl. Auch erfuhren sie Aufmerksamkeit und Anerkennung in der Schule und deren Umfeld. So wirkte das gesamte Projekt integrierend auf die gesamte Schulgemeinschaft. Die Neugestaltung der Turnhallenwand wurde im Jahr 2012 unterstützt.

Ansprechpartnerin

Katharina Schenke
Vorsitzende Schulförderverein Lalendorf
Johann-Pogge-Schule – Regionale Schule mit Grundschule
Schulstraße 15, 18279 Lalendorf
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